Der Schritt ins Unternehmertum

1 Jahr, länger als jede Schwangerschaft, haben unsere Gespräche gedauert. Dann war es soweit, zum Stichtag 01.09.2013:

Für mich der wichtige Schritt aus dem reinen Angestelltenverhältnis auf die Unternehmerseite. Was es bringen wird? Wir wissen es nicht – aber wir haben es selber in der Hand. Das ist der wesentliche Reiz. Für mich noch stärker als der des Gründens (wenn man einmal großzügig das Fehlen einer alternativen Geschäftsidee jenseits von Consulting außer Acht lässt). Jetzt gilt es, die Aktivitäten neu auszurichten, ohne sich zu lange mit internen Themen zu beschäftigen.

Ich freue mich auf spannende Zeiten mit unseren Kunden und intensive Erfahrungen auf der Arbeitgeberseite!

Sind Social TV und New TV das neue interactive TV?

In den vergangenen Wochen war ich auf 2 Veranstaltungen zu ähnlichen Themen, dem newTV Kongress von Hamburg@Work und dem 2. Social TV Summit der BLM in München.

Es gibt eine Vielzahl von positiven, auch kritischen, zumeist konstruktiven Berichten und Kommentaren, auf die ich hier nicht verlinke (bei Twitter bitte nach #newtvhh oder #stvs13 suchen).

Das wesentliche Ergebnis beider Veranstaltungen: Ich fühle mich alt. Ja – danke, aber vor allem, weil wir das alles schon so lange diskutieren. In meiner Wahrnehmung fing die öffentliche Diskussion zu „neuem“ Fernsehen spätestens an, als die Deutsche Telekom den Verkaufsprozess ihrer Kabelnetze einleitete. Ich erinnere mich an mehrere Euroforum-Kongresse „Zukunft der Kabelnetze“ (oder so ähnlich), bei der die Erwartungen an digitales, interaktives TV diskutiert wurden. Ein wichtiger Unterschied zu den heutigen Veranstaltungen war, dass wir die Unterlagen in Papierform im A4-Ordner mit nach Hause nehmen mussten – und sie damit dank einiger Jobwechsel und Umzüge nicht mehr auffindbar sind. „Interactive TV“ war das Schlagwort, die Rückkanalfähigkeit der Kabelnetze eine wesentliche Herausforderung. Aber auch damals schon ging es zumeist um die Frage, was zukünftig auf dem TV-Gerät passieren wird. Im Fokus standen Hoffnungen auf Shopping / Commerce Anwendungen.

Beispielhaft zitiere ich mich selber aus einem Artikel aus dem Jahre 2001: „[interaktive TV-Formate]… werden Möglichkeiten bieten, sich das neueste Album von Britney Spears oder sogar ihre im Video getragene Jeans zu ordern“.

Was ist seitdem passiert? Nun, MTV ist inzwischen verschlüsselt und Britney zumeist in einer Klinik oder in der „Gala“ und müsste in einem aktuellen Beispiel durch Lady Gaga ersetzt werden. Aber: Wer von uns bestellt denn bitte wirklich irgendetwas via TV? Direkt aus dem Programm, als One-Click-Shopping? Außer Video on Demand sind die Erfolgsgeschichten wirklich überschaubar.

Interessant ist, dass jetzt mit Social TV eine echte neue Entwicklung auftritt, die „damals“ noch nicht absehbar war und die der Diskussion gefühlt neuen Schwung bringt. Die heutigen Startups auf den Panels zeigen genau die Innovationsfreude, die den etablierten Playern fehlte, um früher wirklich „neues“ Fernsehen zu ermöglichen. Ironischerweise kann aber dies auch genau die Kraft werden, die „Fernsehen“ insgesamt verschwinden lässt, wenn wir die Trends zu Ende denken.

Wie alles zusammenhängt.

Wie alles zusammenhängt. Oder: Wie Hacker unseren Hund hungern ließen.

Wir sind alle daran gewöhnt, im Web und in Apps mit unseren hinterlegten Kreditkartendaten zu zahlen. Anfangs war das noch ein ungewohntes Gefühl, aber inzwischen ist es ein lieb gewonnener Standard. Convenience geht vor Sicherheit bzw. das Vertrauen in die Sicherheitslösungen der Anbieter ist hoch. Wir haben uns sogar so sehr daran gewöhnt, dass bei einer Fehlermeldung zunächst denken, dass der Anbieter seine Plattform nicht im Griff hat. Erst bei zwei Fehlern kurz nacheinander sollte wir stutzig werden, oder? Mir ging es so im April, als zunächst eine Bestellung bei zooplus.de als auch der morgendliche Ticketkauf in der App vom HVV nicht funktionierten. Ein Anruf beim Call Center der Lufthansa Kreditkarte brachte Klarheit: Aufgrund von Hinweisen, dass es zu Missbrauch der Karte gekommen sein könnte, war diese vorsorglich gesperrt worden, auch die Ersatzkarte wurde automatisch verschickt.

Eine genauere Erklärung gab es nicht, erst später wurde der (vermutliche) Zusammenhang klar:

http://www.golem.de/news/onlinereise-hack-cvv-auf-kreditkarten-wurde-durch-spyware-abgegriffen-1304-98854.html

OK, verstanden. Jetzt also schnell die ausstehende Bestellung bei zooplus aktivieren. Laut Mail vom Kundenservice ganz einfach möglich per Überweisung. Gesagt, getan, gewartet. Und zwar vom 18.04. bis zum 26.04. Laut Mail von zooplus war die Bestellung 7 Tage geparkt, was aber jedoch nach Telefonat und anschließender Überweisung nicht funktionierte war der erneute Versand. Und wir hatten uns zwar gewundert, doch erst als Hundefutter zum Ende der Woche zur Neige ging, war klar, dass hier etwas falsch läuft. Also erneut beim Kundenservice angerufen und mit ehrlicher Entschuldigung und nachdrücklicher Zusicherung, dass das Paket noch am selben Tag rausgeht, schien alles geklärt. Nur leider hing das Wohl unseres Hundes nach dem Kundenservice von zooplus nun auch noch am Service von der Post bzw. DHL. Hier zunächst ein Lob an die MitarbeiterInnen von @DHLPaket. Sehr schnelle Reaktionszeiten via Twitter und Mail.

Das Problem auch hier: Die Kollegen im Call Center und die „auf der Straße“ in der eigentlichen Auslieferung. Ergebnis: Der Zusteller vor Ort hat selber entschieden, das Paket nicht zu uns zu bringen, sondern in der Filiale abzuliefern. Super Entscheidung am Abend vor einem Feiertag und Brückentags-Wochenende, die dazu führte, das Paket da zu lassen, wo es nach Sicht DHL wohl sein sollte und im lokalen Futterhandel zu kaufen:

Fazit: Hacker in Verbindung mit nicht optimalem Kundenservice bei Online-Bestellungen führen zu teilweise nicht vorhersehbaren Effekten.